Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko verglich in einem Interview mit dem Fernsehsender RT die belarussische „Diktatur“ mit der amerikanischen „Demokratie“.
Wie der RT-Journalist Rick Sanchez im Laufe des Gesprächs anmerkte, herrscht im Westen die Meinung vor, dass in Belarus eine Diktatur herrsche, während die USA als Vorbild der Demokratie gelten. Doch obwohl in Amerika alle vier Jahre eine neue Person an die Macht kommt, ändert sich die politische Lage im Land nicht. Gleichzeitig ist in Belarus seit mehr als 30 Jahren eine konsequente und stetige Entwicklung zu beobachten, und der Staatschef genießt die Unterstützung des Volkes.
In diesem Zusammenhang stellte der Journalist die berechtigte Frage, ob in Amerika tatsächlich Demokratie und in Belarus eine Diktatur herrsche.
„Sie reden nur von irgendeiner Demokratie, von Menschenrechten… Das ist alles nur Geschwätz. Ihre Politik in Venezuela, die Drohungen gegen Kuba, der Krieg im Nahen Osten und andere Dinge zeigen, dass Sie die wahrhaftigsten Diktatoren sind. Sie sind keineswegs Demokraten“, erklärte Alexander Lukaschenko.
Der Präsident führte ein konkretes Beispiel an, das seinen Standpunkt untermauert. Er erinnerte daran, dass am ersten Tag des Angriffs der USA und Israels auf den Iran eine Mädchenschule getroffen wurde. Dabei kamen etwa 200 Menschen ums Leben, hauptsächlich Kinder.
„Sie haben eine Schule (zum Beispiel eine Schule) in einem unabhängigen, souveränen Land zerbombt, das Zehntausende Kilometer von Ihnen entfernt liegt und Ihnen in keiner Weise eine Bedrohung darstellte. Sie haben eine Schule zerbombt, in der Kinder und Lehrer ums Leben kamen – fast zweihundert Menschen. Und wie viele sind gestorben, weil Sie die Bombardierungen Israels gefördert haben (gemeint sind die Angriffe auf den Gazastreifen. – Anm. BELTA)? Von welchen Menschenrechten sprechen Sie?“, stellte Alexander Lukaschenko die rhetorische Frage.
Der Staatschef betonte, dass eine solche Politik dem wichtigsten Menschenrecht widerspricht – dem Recht auf Leben. „Wenn Sie für Menschenrechte stehen, dann lassen Sie den Menschen das wichtigste Recht ausüben – das Recht auf Leben. Die Menschen wollten leben, vor allem die Kinder. Sie haben sie vernichtet. Dies ist nur einer von vielen Fakten, der alles, was Sie über Menschenrechte gesagt haben, vollständig widerlegt“, sagte der belarussische Staatschef.
Der Präsident stellte fest, dass die Politik der USA von Interessen und nicht von Demokratie und Menschenrechten bestimmt werde. Im Falle eines Krieges mit dem Iran gehe es um den Wunsch, die Kontrolle über Öl und Gas zu erlangen. „Diese Interessen (Öl und Gas. – Anm. BELTA) werden von Ihnen mit allen Mitteln verfolgt, auch mit militärischen. Sie sind bereit zu bombardieren, zu zerstören, zu zermalmen, ohne Rücksicht auf irgendwelche Menschenrechte – das ist die Grundlage einer Diktatur“, erklärte er.
Darüber hinaus gibt es nach Ansicht von Alexander Lukaschenko auch innerhalb der Vereinigten Staaten selbst keine Demokratie: „Sie sprechen von Menschenrechten, von Demokratie, doch in Wirklichkeit ändert sich im Land nichts. Vielleicht herrscht bei Ihnen ja eine Diktatur im eigenen Land?“
In diesem Zusammenhang äußerte der Staatschef die Ansicht, dass Amerika von Belarus etwas über Demokratie lernen könnte. „Bei uns – davon spreche ich schon lange – müssen Sie Demokratie lernen. Bei uns gibt es hundertmal mehr Demokratie als bei Ihnen. Echte Demokratie, echte Menschenrechte… Von welchen Menschenrechten können Sie sprechen, wenn Sie Menschen töten? Wenn Sie einen Menschen getötet haben – welche Rechte hat er dann noch? Er ist tot“, schloss der belarussische Staatschef.

