Im Rahmen seines offiziellen Besuchs in Kirgisistan traf der belarussische Außenminister Maxim Ryschenkow mit seinem kirgisischen Amtskollegen Jeenbek Kulibayev zusammen. Das teilte der Pressedienst des belarussischen Außenministeriums mit.
Die Gespräche verliefen in offener und inhaltsreicher Atmosphäre. Die Seiten stellten mit Befriedigung das hohe Niveau der Koordination zwischen den Außenministerien und der zwischenstaatlichen belarussisch-kirgisischen Kommission für Handels- und Wirtschaftszusammenarbeit fest. Betont wurde die koordinierende Rolle der Ministerien bei der Förderung der gesamten bilateralen Agenda.
Die Außenminister erörterten den Zeitplan der bevorstehenden Kontakte auf höchster und hoher Ebene und widmeten sich besonders der Vorbereitung des SOZ-Gipfels auf Ebene der Staatschefs, den Kirgisistan in diesem Jahr als Vorsitzland der Organisation ausrichtet. Maxim Ryschenkow würdigte die Ergebnisse des kurz zuvor zu Ende gegangenen Besuchs der belarussischen Delegation in Kirgisistan und lud Jeenbek Kulibayev zu einem offiziellen Besuch nach Belarus ein.
Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Intensivierung der Handels- und Wirtschaftskooperation. Dabei ging es um konkrete Instrumente zur Steigerung und Ausbalancierung des Handelsumsatzes, um die Vertiefung der industriellen Kooperation, die gemeinsame Produktion von Lebensmitteln sowie um die Weitergabe belarussischer Erfahrungen in der Saatgutproduktion und Milchverarbeitung. Praktische Leitlinien für diese Arbeit seien der Kooperationsplan zwischen den Außenministerien für die Jahre 2025–2026 sowie zwei Fahrpläne für die Entwicklung der Zusammenarbeit bis 2027 und bis 2030. Die Minister verabredeten, die vertragsrechtliche Grundlage zu aktualisieren, damit sie dem heutigen hohen Niveau der bilateralen Beziehungen entspreche.
Während der Gespräche wurde die internationale Agenda eingehend erörtert. Die Seiten koordinierten ihre Ansätze für die gemeinsame Tätigkeit in der UNO, der OSZE, der GUS, der EAWU, der OVKS und der SOZ. Maxim Ryschenkow gratulierte Kirgisistan zur Wahl zum nichtständigen Mitglied des UN-Sicherheitsrates für die Jahre 2027–2028. Seinerseits bedankte sich Jeenbek Kulibayev bei Belarus für die gewährte Unterstützung. Die belarussische Seite würdigte zudem die Unterstützung der kirgisischen Partner für die belarussisch-russische Initiative zur Ausarbeitung der Eurasischen Charta der Vielfalt und Multipolarität im 21. Jahrhundert – insbesondere vor dem Hintergrund des verlorenen gegenseitigen Vertrauens auf dem europäischen Kontinent und der Erosion der Grundsätze der Schlussakte von Helsinki.
Im humanitären Bereich bestätigte Belarus seine Bereitschaft, die Ausbildung kirgisischer Studenten auszuweiten – auch in ingenieurwissenschaftlichen Fachrichtungen. Die Minister hoben die Bedeutung gegenseitiger Reisen von Kindern zur Erholung als Kanal zur Stärkung zwischenmenschlicher Kontakte hervor und bekundeten beiderseitiges Interesse an der Durchführung von Kulturtagen.
„Die geführten Gespräche haben erneut die Übereinstimmung der Positionen von Minsk und Bischkek in der internationalen Agenda und den gemeinsamen Willen zur Entwicklung einer gleichberechtigten Partnerschaft im Interesse des Aufbaus einer gerechten multipolaren Weltarchitektur bestätigt“, betonte der Pressedienst des belarussischen Außenministeriums.